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Lena Lapschina: “Vienna, Germany.”

I’m in the “Copie non conforme” group show at Kunstraum Niederösterreich, an artistic appropriation-, adaptation- and referentiality-themed exhibit in the Austrian capital Vienna. You can see there my work “Wien, Deutschland.” (“Vienna, Germany.”).

Initially produced for “zufallsvernissage”, the work since then gained size and volume: The mural’s footprint quadrupled. And the new video documentation of the expurgation performance, staged on October 13th last year, seems to be a great escort. Only the photo series remained, of course, unchanged. On view until March 15th.

A catalogue has been published to accompany the exhibition. Here’s the (German) text:

Lena Lapschina hat eine neue Werkgruppe mit dem Titel “Wien, Deutschland.” erarbeitet. Dabei setzt sie nacheinander die Medien Photographie, Wandbild und Video ein, um das Wahrnehmungsvermögen der Betrachter zu testen und die Kognition zu stimulieren.

Ausgangspunkt ist eine 7-teilige Photographie-Serie in kunstmarktüblicher Acrylausstattung, mit der Lena Lapschina die Betrachter verführt, in eine europäische Großstadt einzutauchen. Die einzelnen Beiträge dieser Serie werden von wiederkehrenden Codes, die wie zufällig auf jeder der Photographien vermerkt sind, zusammengehalten.

Lena Lapschina sammelt in einem zweiten Schritt diese Codes, die sie für unpassend hält, penibel ein, vergrößert sie, färbt sie tiefrot und appliziert sie nun auf die Wand des Ausstellungsraums. Dadurch werden aus der Sicht der Künstlerin die Photographien geläutert, während gleichzeitig ein mit einer politischen Message aufgeladenes Wandbild monumental vor die Betrachter tritt. Tatsächlich eignet sich Lena Lapschina hier ein im Wiener Stadtraum allgegenwärtiges Logo an, das die stadteigenen Betriebe “Wiener Wohnen” und “Wiener Linien” auf Gemeindebauten und Bushaltestellen seit mehreren Jahren zur Identitätsstiftung benutzen.

Die Künstlerin lässt die Angelegenheit freilich nicht einfach im Raum stehen, sondern setzt auch in Bezug auf das Mural eine Intervention. In einer Performance, deren Aufzeichnung im Kunstraum Niederösterreich auf einem Großbildschirm zu sehen ist und die unzweifelhaft Bezüge zu bestimmten historischen Ereignissen auf österreichischem Boden herstellt, nimmt sie Sühne auf sich, indem sie minutenlang die “(un)beglaubigte Kopie” mit der Reibbürste traktiert.

Voilà! I’ve also got a (short) text in English (written on the occasion of the “zufallsvernissage”):

Famed for her systematic investigation into housing and social issues in the context of major city planning malfunctions, Lena Lapschina is unveiling a cycle of seven photographs titled “Wien, Deutschland.” (“Vienna, Germany.”). In an attempt of expurgating the photography, the artist collects all the unsuitable matter and attaches it to the gallery walls, thus creating another giant in situ tape drawing. Now the wall needs to be cleansed of the indecent words: In a performance evocative of events in the 1930s, Lena Lapschina endlessly scrubs the gallery wall. (A documentation of the performance piece is available in 1080p.)

Lapschina_Wien_Deutschland_1

Lena Lapschina­­­­
“Wien, Deutschland.”
[Entwurf einer künstlerischen Gestaltung des Vorstands­sitzungssaals in der neuen Zentrale von Wiener Wohnen.]
2014
Wandbild aus Spezialklebeband, 4 x 4 m
[Ausstellungsansicht Kunstraum Niederösterreich]

und

Lena Lapschina­­­­
“Wien, Deutschland.”
2014
Video-Dokumentation der Reinigungs-Performance, 4:26 min

Lena Lapschina­­­­
“Vienna, Germany.”
[Sketch of the proposed design for a mural in the boardroom at Wiener Wohnen headquarters.]
2014
tape drawing on wall, 4 by 4 m
[installation view]

and

Lena Lapschina­­­­
“Vienna, Germany.”
2014
video documentation of the expurgation performance, 4:26 min

Lapschina_Wien_Deutschland_2

Lena Lapschina­­­­
“Wien, Deutschland.”
2013
7-teilige Photographie-Serie.
83 x 125 cm. Auflage 1/3.

Lena Lapschina­­­­
“Vienna, Germany.”
2013
A cycle of seven photographs.
83 by 125 cm. Edition of three.